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Mein Schwebda

(gedichtet von Heinrich Schäfer, 1966)

 

Mein Heimatdörfchen im Hessenland

liegt zwischen Bergen am Werrastrand.

Zwei Bächlein rinnen zum Dorfe hinaus,

noch steht da manch schmuckes Fachwerkhaus.

Auf reichem Boden fröhlich lebt,

ein Volk, das emsig vorwärts strebt.

Dort rufen die Glocken uns traulich zu:

"Oh Heimat, mein Schwebda! Wie schön bist Du!"

 

Die Sonne hoch und höher steht,

das Eis zerschmilzt, der Schnee vergeht.

Der Frühlingswind leicht die Wipfel wiegt,

und umgepflügt der Acker liegt.

Die Vöglein singen ihr Liebeslied.

Die Weihe froh ihre Kreise zieht.

Der Kuckuck ruft uns von ferne zu:

"Oh Heimat, mein Schwebda! Wie schön bist Du!"

 

Wenn nach der Arbeitsstatt Ruh und Rast

der Bürger dann froh den Wanderstab fasst.

Er steigt auf die Berge, er schaut in den Grund.

Ein Blick über Fluren und Wiesen, bunt.

Im Westen der Meißner, den Meinhard er sieht.

Schloß Wolfsbrunnen hört klingen sein Heimatlied.

Die Glocken im Tale, sie stimmen ihm zu:

"Oh Heimat, mein Schwebda! Wie schön bist Du!"

 

Gar manchen zog es fort in die Welt.

Er fand dort Liebe, Brot und Geld.

Doch all das war nur ein Teil vom Glück.

Das Heimweh blieb in der Seele zurück.

Gebeugt vom Alter mit müdem Herz,

lenkt er seine Schritte dann heimwärts.

Und wieder rufen die Glocken ihm zu:

"Oh Heimat, mein Schwebda! Wie schön bist Du!"

 

Wacholderjäger werden die Schweb´schen genannt,

das ist im Werratal bekannt.

Ein Standbild des Jäger, dem Dorfe zur Zier,

das formte ein kunstsinniger Bürger von hier.

Es hat seinen Platz am Anger gefunden

und ist von Blumen und Sträucher umwunden.

Die Glocken, sie rufen von nahe ihm zu:

"Oh Heimat, mein Schwebda! Wie schön bist Du!"

 

Der Heimatfreund fand jedoch keine Ruh,

er schuf noch manche Figuren hinzu.

Am Gänsemarktborn ihr die Brunnenfrau seht,

vorm eigenen Hause ´ne Dreschgruppe steht.

Und nicht weit vom Backhaus, so hat´s keine Not,

trägt eine Mutter nach Hause ihr Brot.

Vergangenheitsbilder rufen uns zu:

"Oh Heimat, mein Schwebda! Wie schön bist Du!"

 

Wo mancher Städter noch unschlüssig ringt,

wo er behaglich den Urlaub verbringt.

Man kann ihm nur raten: Komm in unser Land!

Mach Dich mit den Bergen und Tälern bekannt!

Die Kiesteiche locken zum Baden und Angeln,

an Freude wird es Dir hier nicht mangeln.

Aus Wald und Flur tönt es Dir freundlich zu:

"Oh Heimat, mein Schwebda! Wie schön bist Du!"

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